Urteil des Delhi High Court lockert Anwesenheitspflicht für Jura-Studenten

Im November entschied das Delhi High Court, dass kein Jurastudent von Prüfungen ausgeschlossen werden darf wegen unzureichender Anwesenheit. Diese Entscheidung hat eine Debatte über akademische Strenge und den Klassenunterricht in der Hochschulbildung entfacht. Kritiker argumentieren, dass sie die wesentliche Rolle physischer Kurse untergräbt.

Drei besorgniserregende Trends sind an indischen Universitäten heute erkennbar. Erstens werden akademische Strenge und Zeitpläne in Hochschulbildungseinrichtungen (HEIs) zunehmend als Stressquellen für Studierende betrachtet. Zweitens wird minimale Disziplin in HEIs als antagonistisch zur Kreativität der Studierenden gesehen. Drittens wird die Anforderung einer Mindestanzahl von Kursteilnahmen als stressig angesehen.

Im November entschied das Delhi High Court, dass kein Jurastudent im Land von Prüfungen ausgeschlossen werden sollte wegen unzureichender Anwesenheit. Dieses Urteil hebt die Verpflichtung zur Kursbesuchung auf.

John Henry Newmans 19. Jahrhundert-Klassiker The Idea of a University beschreibt eine Universität als transformierenden Raum, in dem Wissen, Freiheit und Zweck zusammenkommen, um aufgeklärte Individuen zu schaffen, die den Übergang zu einer gerechten Gesellschaft leiten können. Allerdings haben Universitäten heute von ihrem Kernauftrag abgewichen, wobei Fakultäten vom Staat und Regulierungsbehörden zu untrainierten Rollen wie der Polizeiarbeit bei Studierenden aufgefordert werden. Dies führt zur Bürokratisierung der Universitäten, wie in Peter Flemings Dark Academia: How Universities Die bemerkt wird.

Das soziale Milieu übt Druck auf Studierende aus, und akademische Umgebungen verschärfen oft psychische Gesundheitsprobleme. Universitäten werden zu leichten Sündenböcken für Studentenstress, trotz fehlender spezialisierter Einrichtungen. Regulierer erwarten ambitionierte Lehrpläne, die kontinuierliche Kurse, Hausaufgaben und effektive Bewertungssysteme für akademische Strenge erfordern.

Aus verschiedenen Gründen haben einige Studierende Schwierigkeiten, mit diesem Zeitplan umzugehen. KI stellt eine Herausforderung für den Unterricht dar, kann aber nicht die personalisierte Aufmerksamkeit eines empathischen Lehrers bieten. Der Online-Modus ist besonders unzureichend für hochtechnische Fächer wie Jura. Das Urteil des High Court wird den Online-Modus fördern und potenziell der akademischen Strenge schaden.

Der Autor, G S Bajpai, ist Vizekanzler der National Law University Delhi. Die Ansichten sind persönlich.

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