Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW), hat Unternehmer aufgefordert, bewusst Distanz zur AfD zu halten. Er sieht die Partei als Gefahr für Wirtschaft, Wohlstand und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Dies äußerte er in einem Gespräch mit dem Handelsblatt.
In Berlin warnte Marcel Fratzscher, Präsident des DIW, vor wachsenden Sympathien für die AfD in Teilen der Wirtschaft. „Unternehmer sollten zur AfD bewusst Distanz halten, weil diese Partei nicht nur demokratische Grundwerte angreift, sondern auch ökonomisch gegen die Interessen des Standorts Deutschland arbeitet“, sagte er dem Handelsblatt.
Fratzscher betonte, dass Unternehmen auf offene Märkte und verlässliche Regeln angewiesen seien. Die AfD wolle diese Grundlagen „durch Abschottung und rechtspopulistische Spaltung untergraben“, so der Ökonom. Er bezeichnete die Partei als „eine Gefahr für Wirtschaft, Wohlstand und gesellschaftlichen Zusammenhalt“.
Die AfD stabilisiert sich in Umfragen auf hohem Niveau. Im ARD-Deutschlandtrend erreicht sie 25 Prozent und liegt vor SPD, Grünen und Linken. Bei Landtagswahlen in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz legte sie kürzlich deutlich zu.
In einer Infratest-dimap-Umfrage aus dem Februar rangierte die AfD bei wirtschaftspolitischer Kompetenz auf Platz zwei hinter der Union. Die AfD-Spitze reklamiert mittelfristig Regierungsverantwortung. Im Herbst stehen Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern an.