Die schwedische Regierung hat die Arbeit der nationalen Bildungsbehörde (Skolverket) an neuen Lehrplänen zurückgewiesen und wird eine strengere Kontrolle einführen. Bildungsministerin Simona Mohamsson (L) kritisierte die Behörde dafür, dass sie nicht vollständig im Einklang mit den Regierungsabsichten gehandelt habe. Experten sollen künftig eine zentralere Rolle im Prozess einnehmen.
Die schwedische Regierung hat die Arbeit der nationalen Bildungsbehörde (Skolverket) an der Entwicklung neuer Lehrpläne, die im vergangenen Frühjahr begann, zurückgewiesen. Das Vorhaben war auf scharfe Kritik gestoßen, da es an einer ausreichenden wissenschaftlichen Grundlage fehle und nicht mit den Zielen der Regierung übereinstimme, den Schwerpunkt stärker auf Faktenwissen, Lesen, Schreiben und Rechnen zu legen.
„Wir verschärfen nun die Anforderungen an das Skolverket“, sagte Bildungsministerin Simona Mohamsson (L) gegenüber TT. Sie kritisierte, dass die Arbeit den Absichten der Regierung nicht vollumfänglich entspreche, und kündigte an, die Kompetenz der Behörde sicherstellen zu wollen. Der ehemalige Generaldirektor des Skolverket, Joakim Malmström, hatte erklärt, man sei „auf dem richtigen Weg“, doch laut Mohamsson reiche dies nicht aus.
Konkret sollen Experten der Lehrplan-Untersuchung ein stärkeres Mandat erhalten sowie eine aktive und zentrale Rolle spielen. Der Hirnforscher Martin Ingvar, Professor am Karolinska Institutet, soll mit einer koordinierenden Verantwortung betraut werden. Die Regierung sieht Entwicklungspotenzial im Skolverket, bringt der Behörde Vertrauen entgegen und hat keine Pläne, sie aufzulösen.
Der Hintergrund umfasst die Kritik des nationalen Rechnungshofs vom November 2025 an den unterstützenden Materialien des Skolverket sowie technische Probleme bei digitalen nationalen Tests, die Ministerin Lotta Edholm (L) als „Fiasko“ bezeichnete. Das Skolverket muss bis spätestens 15. Juni Bericht erstatten; die neuen Lehrpläne sollen im Herbst 2028 eingeführt werden.