Ferrari startet in die Formel-1-Saison 2026 in der Hoffnung, von einer schwierigen Kampagne 2025 zurückzuprallen, in der das Team Vierter wurde, ohne einen Sieg. Mit Fahrern Charles Leclerc und Lewis Hamilton an der Spitze will die Scuderia die neuen technischen Regeln nutzen. Das Team hat frühzeitig den Fokus auf 2026-Vorbereitungen gelegt, eine Entscheidung, die sein Teamchef als psychologisch hart, aber notwendig beschrieb.
Ferraris Saison 2025 begann mit hohen Erwartungen nach einem knappen Duell um den Konstrukteurs-Titel 2024, bei dem sie nur 14 Punkte hinter den Meistern McLaren landeten. Die Ankunft des siebenfachen Weltmeisters Lewis Hamilton von Mercedes sorgte für großen Hype, doch das Jahr gestaltete sich schwierig für das italienische Team. Frühe Versprechen gab es beim Grand Prix von China, wo Hamilton einen Sprint-Sieg im SF-25 holte. Allerdings wurden er und Teamkollege Charles Leclerc wegen technischer Verstöße aus dem Hauptrennen disqualifiziert, was den Ton der Inkonsistenz setzte. Leclerc holte eine überraschende Pole-Position in Ungarn, doch das Team kämpfte insgesamt und belegte den niedrigsten Konstrukteursrang seit 2020 auf Platz vier. Es gab keine Siege, die erste solche Durststrecke seit 2021. Teamchef Fred Vasseur räumte die Herausforderungen ein, Ressourcen mitten in der Saison auf 2026 umzulenken, nannte es „psychologisch schwer zu managen“, drückt aber Zuversicht in die Entscheidung aus. Leclerc stimmte zu und nannte den Wechsel zu einem „No-Brainer“, sobald klar war, dass ein Titelkampf 2025 unwahrscheinlich ist. Hamilton erlitt in seinem Debütjahr bei Ferrari erstmals in seiner Karriere eine sieglose und podienlose Saison und endete ohne die üblichen Ehrungen bei 380 Starts. Trotzdem kehren beide Fahrer 2026 zurück, wobei Leclerc in seine achte Saison beim Team einsteigt, mit acht GP-Siegen und 50 Podiums aus 171 Starts. Ferraris reiche Geschichte unterstreicht die Einsätze. Als einziges Team, das in jeder F1-Saison seit 1950 antrat, hält es 16 Konstrukteurs-Titel und 15 Fahrer-WM-Titel, der letzte durch Kimi Raikkonen 2007. Ihre dominanteste Ära war von 2000 bis 2004 unter Michael Schumacher mit fünf aufeinanderfolgenden Fahrer-WM-Titeln. Für 2026 ist das Ziel klar: ein siegfähiges Auto unter neuen Regeln liefern und die Leistung der Vorsaison übertreffen. Hamilton reflektierte nach dem Abu-Dhabi-Finale, dass ihm die Einstellung für das nächste Jahr fehlte, zielt aber auf bessere Ergebnisse ab.