Indiens Oberster Gerichtshof entschied am Dienstag, dass Kreditnehmer kein gesetzliches Recht auf eine persönliche oder mündliche Anhörung haben, bevor Banken ihre Konten gemäß den Master-Richtlinien der RBI als 'betrügerisch' einstufen. Ein Richtergremium bestehend aus J. B. Pardiwala und K. V. Viswanathan befand, dass die Zustellung von Anhörungsschreiben, die Bereitstellung von Beweismitteln, das Einholen von Antworten und der Erlass begründeter Anordnungen den Fairnessanforderungen genügen.
Ein Gremium der Richter J. B. Pardiwala und K. V. Viswanathan erklärte: „Wir sind davon überzeugt, den Standpunkt der RBI zu akzeptieren, dass das Verfahren der Zustellung eines Anhörungsschreibens, die Übermittlung von Beweismaterial, das Einholen einer Antwort sowie die Verpflichtung, eine begründete Anordnung zu erlassen, die Anforderungen an die Fairness erfüllen und zudem ein Fehlurteil verhindern.“ Richter Viswanathan, der für das Gremium schrieb, merkte an, die RBI sei der Ansicht gewesen, dass die Gewährung persönlicher Anhörungen für jeden Kreditnehmer angesichts der großen Anzahl an Betrugsfällen praktisch nicht zweckmäßig sei. Das Gericht stellte fest, dass mündliche Anhörungen ein schnelles Verwaltungsverfahren in ein langwieriges verwandeln würden, was dessen Zweck zunichtemachen, öffentliches Geld gefährden, da Kreditnehmer weiterhin Zugang zu Bankmitteln hätten, und die Zeit der Bankbeamten belasten würde. Das Urteil erging auf Berufungen der State Bank of India und der Bank of India gegen Entscheidungen von Obergerichten, die persönliche Anhörungen vor der Einstufung als Betrug sowie die Offenlegung vollständiger forensischer Prüfungsberichte vorgeschrieben hatten. Unter Aufhebung dieser Entscheidungen der Obergerichte wies der Oberste Gerichtshof die Banken an, den forensischen Prüfungsbericht den Kontoinhabern zur Verfügung zu stellen.