Der Thüringer AfD-Landeschef Stefan Möller hat nach Vetternwirtschaft-Vorwürfen neue Parteiregeln zur Anstellung von Familienmitgliedern gefordert. Er betont, dass die AfD sauberer als andere Parteien agieren wolle, obwohl solche Anstellungen legal seien. Auch AfD-Chef Tino Chrupalla beschäftigt die Ehefrau eines Parteifreunds.
In der AfD geraten Vorwürfe der Vetternwirtschaft im Fokus, insbesondere im Zusammenhang mit der Filz-Affäre in Sachsen-Anhalt. Der Thüringer AfD-Landesvorsitzende Stefan Möller, der seit 2014 gemeinsam mit Björn Höcke den Landesverband führt, hat sich für schärfere Verhaltensregeln ausgesprochen. "Unser Anspruch als AfD war immer, dass wir sauberer agieren als die anderen Parteien", sagte Möller dem Magazin Stern. Er argumentiert, dass Anstellungen von Familienmitgliedern zwar legal seien, aber die Glaubwürdigkeit der Partei schädigen würden.
Recherchen der ZEIT und der ZDF-Sendung frontal decken in Sachsen-Anhalt mehrere Fälle auf, in denen AfD-Politiker Familienangehörige von Parteigenossen beschäftigt haben. Beispielsweise sollen drei Geschwister eines AfD-Spitzenpolitikers bei einer Bundestagsabgeordneten angestellt sein. Auch AfD-Parteichef Tino Chrupalla beschäftigt in seinen Bürgerbüros die Ehefrau des sächsischen Landtagsabgeordneten Robert Kuhnert. Die AfD Sachsen-Anhalt wies die Vorwürfe als absurd zurück.
Chrupalla selbst sprach in der ARD-Sendung Caren Miosga von einem "Störgefühl". Die Verträge seien rechtskräftig und nicht beanstandbar, aber: "Ein Geschmäckle hat's." Möller sieht das Problem parteiweit und fordert eine Anpassung der Satzung auf dem nächsten Bundesparteitag Anfang Juli in Erfurt. Eine solche Änderung würde Klarheit schaffen, was bei der Einstellung von Personal erlaubt ist und was nicht. Die Junge Freiheit berichtet hingegen, dass die Vorwürfe gegen Chrupalla haltlos seien und erklärt, wie der Oppositionsführer dagegen vorgehe.