Der Onlinehändler Otto plant den Abbau von knapp 460 Vollzeitstellen, vor allem am Standort Hamburg. Die Maßnahmen sollen Strukturen vereinfachen und Kosten senken. Das Unternehmen betont, die Veränderungen fair und sozialverträglich umzusetzen.
Der Hamburger Onlinehändler Otto kündigt den Abbau von knapp 460 Vollzeitstellen an, hauptsächlich am Standort Hamburg. Größere Veränderungen sind in den Bereichen Marketing, Controlling und Tech geplant, wie das Unternehmen auf Anfrage mitteilte. „Diese schwierige Entscheidung wurde nicht leichtfertig getroffen und ist das Ergebnis mehrmonatiger, konstruktiver Verhandlungen mit dem Otto-Betriebsrat“, hieß es in einer Unternehmensmitteilung. Zunächst berichtete das „Hamburger Abendblatt“ darüber.
Ziel der Maßnahmen ist es, interne Strukturen zu vereinfachen, Bürokratie abzubauen, Kosten zu senken und das Unternehmen zukunftssicher aufzustellen. Bis zum Geschäftsjahr 2027/28 soll die jährliche Kostenbasis um 110 Millionen Euro auf 500 Millionen Euro reduziert werden. Der Umbauprozess läuft seit Februar 2025 und umfasst eine strategische Neuausrichtung: Das klassische Versandgeschäft verliert an Bedeutung, stattdessen soll das Marktplatz- und Plattformgeschäft ausgebaut und Prozesse digitalisiert werden.
Vor einem Jahr entließ Otto bereits knapp 500 Mitarbeiter im Kundenservice, da der telefonische Kontakt durch Self-Service-Angebote und digitale Kanäle abnimmt. Die aktuellen Stellenstreichungen sorgen für Unsicherheit in der Belegschaft, da konkrete Pläne noch ausstehen. Otto verspricht, die Veränderungen „so fair, respektvoll, transparent und sozialverträglich wie möglich“ zu gestalten. Betroffene Mitarbeiter erhalten Angebote für Altersteilzeit, Aufhebungen mit Abfindung sowie die Möglichkeit eines Wechsels in eine Transfergesellschaft, die sie befristet übernimmt, weiterqualifiziert und auf dem Arbeitsmarkt unterbringt.