Die erwarteten Einsparungen durch die Kürzung der Entschädigung für Krankheitsurlaub im öffentlichen Sektor bleiben aus. Beschäftigte im öffentlichen Dienst greifen auf Strategien zurück, um trotz der Reform ihr volles Gehalt zu behalten. Die im Oktober 2024 angekündigte Maßnahme sollte den kostspieligen Fehlzeiten für den Staat Einhalt gebieten.
Im Herbst 2024 sorgten Haushaltsdebatten für Spannungen unter den Beamten. Der Minister für öffentlichen Dienst Guillaume Kasbarian kündigte in Le Figaro ein Programm zur Bekämpfung von Fehlzeiten im öffentlichen Sektor an. Das Programm sah eine Verlängerung der Wartezeit von 1 auf 3 Tage und eine Senkung der Erstattung für Krankengeld von 100 auf 90 Prozent vor, um den öffentlichen Sektor an den privaten anzugleichen.
Die Regierung begründete diese Maßnahmen mit den hohen Kosten des Fehlzeitenwesens, die 2022 für den Staat auf 15 Milliarden Euro geschätzt wurden, laut Generalinspektion der Finanzen (IGF). Die Gewerkschaften reagierten heftig und bezeichneten die Reform als stigmatisierend für die Beschäftigten.
Die seit Einführung der Änderungen erzielten Einsparungen fallen jedoch hinter den Erwartungen zurück. Beamte setzen Strategien ein, um ihr volles Gehalt zu erhalten und die Beschränkungen zu umgehen. Der Fall der Barnier-Regierung hat die Umsetzung dieser Reformen ebenfalls beeinträchtigt und ihren Effekt eingeschränkt.
Diese Situation verdeutlicht die Herausforderungen bei Haushaltsreformen im öffentlichen Sektor, wo Sparziele auf praktische und organisatorische Widerstände stoßen.