Innenministerium plant Streichung der Asylberatungsförderung ab 2027

Das Innenministerium plant, die staatliche Förderung für die unabhängige Asylverfahrensberatung ab 2027 einzustellen. Verbände wie die AWO und Pro Asyl kritisieren diesen Schritt scharf als schweren politischen Fehler. Das Programm, das seit 2023 läuft, hat bereits über 108.000 Asylsuchende beraten.

Mitten in Debatten um strengere Asylregeln teilte das Innenministerium den Verbänden der Freien Wohlfahrtspflege mit, die Förderung für die behördenunabhängige Asylverfahrensberatung ab 2027 streichen zu wollen. Dieses staatlich geförderte, kostenlose Programm klärt Schutzsuchende über Rechte und Pflichten auf und soll effiziente Verfahren fördern, indem aussichtslose Klagen vermieden werden. Es wurde 2022 von der Ampel-Koalition im Gesetz zur Beschleunigung der Asylgerichtsverfahren beschlossen und ist seit Mitte 2023 verfügbar. In den ersten zwei Jahren nutzten rund 108.000 Asylsuchende die Beratung bei zivilgesellschaftlichen Organisationen und Wohlfahrtsverbänden. Die jährliche Förderung lag zuletzt bei 22 bis 25 Millionen Euro, nach einem Start mit 20 Millionen Euro Mitte 2023. Ab 2027 soll sie auf null sinken. Die Arbeiterwohlfahrt (AWO) sieht darin einen 'schweren politischen Fehler', wie Präsident Michael Groß gegenüber dem RedaktionsNetzwerks Deutschland (RND) monierte: 'Nach all den Angriffen auf das Recht auf Asyl wird nun auch noch aktiv die Zivilgesellschaft aus der Unterstützung Geflüchteter zurückgedrängt.' Pro Asyl-Geschäftsführer Karl Kopp betonte: 'Unabhängige Asylverfahrensberatung ist kein Luxus, sondern eine zentrale rechtsstaatliche Absicherung im Asylverfahren.' Er warnte vor einem 'falschen und gefährlichen Signal', da Schutzsuchende ohne diese Orientierung den Zugang zum Recht verlieren könnten. Das Innenministerium bestätigt die Pläne nicht und verweist auf laufende Haushaltsverhandlungen. Bundestagsabgeordneter Leon Eckert (Grüne) berichtet jedoch von fortgeschrittenen Plänen, die auf Sparzwänge und ein nicht-öffentliches Evaluierungsergebnis beruhen. Er kritisiert Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) für einen 'migrationspolitischen und humanitären Blindflug' und hebt hervor, dass das Programm das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) entlastet. Länder haben ihre eigenen Förderprogramme reduziert, mit Einbußen von über 12 Millionen Euro jährlich. Die AWO appelliert an den Bundestag, die Streichung in den Haushaltsberatungen für 2027 rückgängig zu machen und das Programm dauerhaft abzusichern. Angesichts der Reform des Gemeinsamen Europäischen Asylsystems (GEAS) sehen Verbände die Beratung als Schlüssel für humane und effiziente Verfahren.

Verwandte Artikel

German Interior Minister Dobrindt at press conference announcing asylum seekers can work after 3 months instead of 6, with hopeful workers in foreground.
Bild generiert von KI

Dobrindt plans shorter wait for working asylum seekers

Von KI berichtet Bild generiert von KI

Federal Interior Minister Alexander Dobrindt (CSU) aims to ease the employment ban for asylum seekers, allowing them to work after three instead of six months. The proposal is praised by the German Institute for Economic Research (DIW) and the SPD, while the Union sees limited impact. The announcement contrasts with planned cuts to integration courses.

Top associations of independent welfare organizations warn of cuts to social services due to financial strains. More than 80 percent of those surveyed expect reductions in aid for youth, the elderly, and the sick. Diakonie President Rüdiger Schuch sharply criticizes the federal government and calls for greater financial support.

Von KI berichtet

In 2025, the EU has returned asylum seekers to Germany in only a few cases despite numerous requests. The Bundestag recently transposed the Common European Asylum System (GEAS) into German law to combat secondary migration. Federal states can now establish centers for deportable refugees.

Since September 2024, controls have been in place at all German internal borders, incurring around 140 million euros in additional costs for the Federal Police by the end of December 2025. The expenses cover overtime, allowances, and operational costs. Left-wing MP Clara Bünger criticizes the measure as expensive symbolic policy.

Von KI berichtet

The Desiderius-Erasmus-Stiftung has filed an application for an interim injunction at the Federal Administrative Court in Karlsruhe. It accuses the Federal Ministry of the Interior under Alexander Dobrindt of delay tactics. The foundation has been waiting for its funding for months.

Former CDU general secretary Mario Czaja has urged party MPs to challenge the federal budget via an organstreitsverfahren at the Federal Constitutional Court, citing the misuse of the special infrastructure and climate fund—echoing earlier Greens criticism. Institutes like the Ifo warn funds are plugging budget holes instead of investing.

Von KI berichtet

Manuela Schwesig, minister president of Mecklenburg-Vorpommern, has criticized federal health minister Nina Warken's plans for nursing care reform. She sees them as shifting problems onto the weakest. DAK chief Andreas Storm also called for a reform moratorium.

Diese Website verwendet Cookies

Wir verwenden Cookies für Analysen, um unsere Website zu verbessern. Lesen Sie unsere Datenschutzrichtlinie für weitere Informationen.
Ablehnen