Politiker der Linken und der Grünen schlagen vor, Feiertage, die auf Wochenenden fallen, durch Ersatztage unter der Woche auszugleichen. Sie berufen sich auf Regelungen in anderen Ländern und argumentieren mit Fairness für Beschäftigte. Die Union kritisiert den Vorschlag als schädlich für die Wirtschaft.
Die Debatte um gesetzliche Feiertage in Deutschland hat an Fahrt aufgenommen, da 2026 mehrere Feiertage auf Wochenenden fallen. Der Tag der Deutschen Einheit am 3. Oktober und der zweite Weihnachtsfeiertag am 26. Dezember liegen bundesweit an einem Samstag. In Berlin und Mecklenburg-Vorpommern ist der Internationale Frauentag am 8. März ein Sonntag, Allerheiligen am 1. November und der Reformationstag am 31. Oktober ebenfalls Wochenendtage.
Linken-Chef Jan van Aken forderte im Tagesspiegel: „Fällt ein gesetzlicher Feiertag auf ein Wochenende, dann muss ein Ersatztermin her – unter der Woche, für alle.“ Er betonte, dass Menschen „um ihre verdiente Freizeit betrogen“ würden und verglich dies mit Standards in Ländern wie Australien, Belgien und Spanien. Fraktionschef Sören Pellmann ergänzte in der Rheinischen Post, dass über 85 Länder, darunter Spanien, Großbritannien, Polen und die USA, solche Ausgleichsregelungen haben.
Grünen-Abgeordneter Timon Dzienus, Obmann im Bundestagsausschuss für Arbeit und Soziales, sagte der Rheinischen Post: „Für Beschäftigte ist es nicht nur ärgerlich, sondern auch unfair, wenn Feiertage auf das Wochenende fallen.“ Er argumentierte, dass gut erholte Beschäftigte auch Arbeitgebern nutzen und dass dies in Zeiten des Fachkräftemangels die Vereinbarkeit von Familie und Beruf stärkt.
Aus der Union kam scharfe Kritik. Gitta Connemann, Vorsitzende der Mittelstands- und Wirtschaftsunion, nannte den Vorschlag im Tagesspiegel „abstrus“ und warnte: „Die Zeche würden der Mittelstand und der Standort Deutschland zahlen.“ Ein Feiertag verursache einen Produktionsausfall von 8,6 Milliarden Euro, und Deutschland könne sich „keine Feiertagsmentalität leisten“. Laut Statistischem Bundesamt hat 2026 bundesweit 250,5 Arbeitstage – 2,4 mehr als das laufende Jahr.