Der Wirtschaftsflügel der CDU schlägt vor, den gesetzlichen Anspruch auf Teilzeitarbeit abzuschaffen, um mehr Vollzeitstellen zu schaffen und den Fachkräftemangel zu bekämpfen. Kritiker warnen jedoch, dass dies die wahren Ursachen ignoriert und qualifizierte Frauen aus dem Arbeitsmarkt drängen könnte. Stattdessen fordern Gewerkschaften und Experten einen Ausbau der Kinderbetreuungsinfrastruktur.
Deutschland weist eine der höchsten Teilzeitquoten weltweit auf, insbesondere bei Frauen. Der CDU-Wirtschaftsflügel möchte dies ändern, indem er den Rechtsanspruch auf Teilzeit abschafft, um die Berufstätigkeit zu steigern. Friedrich Merz, CDU-Chef, mahnt regelmäßig, dass mehr Arbeit geleistet werden müsse. Tatsächlich wünschen Hunderttausende, vor allem hochqualifizierte Frauen, mehr zu arbeiten, können es jedoch oft nicht wegen Care-Arbeit, insbesondere der Kinderbetreuung.
Gewerkschaften und das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) stimmen darin überein, dass der Schlüssel in einem Ausbau der Kinderbetreuung liegt. Ein besserer Ausbau von Kitas, Krippen und Ganztagsbetreuung an Grundschulen könnte hohe Teilzeitquoten in Vollzeitjobs umwandeln und den Fachkräftemangel lindern. Doch warum ist dies nicht bereits Standard? Kommunen und Länder sind finanziell ausgezehrt und können sich zusätzliches Personal nicht leisten.
Der CDU-Vorschlag wird als plumpe Initiative kritisiert, die vor allem Arbeitgebern und Lobbyisten schmeichelt, die den Abbau sozialer Rechte fordern. Ohne den Rechtsanspruch droht, dass Frauen ganz aus dem Berufsleben aussteigen, was den Mangel verschärfen würde. Zudem heizt der Vorwurf der 'Lifestyle-Teilzeit' die Debatte unnötig auf, obwohl eine sachliche Diskussion geboten ist.