Der FIA-Direktor für Formelsport, Nikolas Tombazis, hat Kostensenkungen für das nächste Motorenreglement der Formel 1 gefordert, um die Abhängigkeit des Sports von Automobilherstellern zu verringern. Vor dem Großen Preis von Miami schloss er sich der Meinung von F1-CEO Stefano Domenicali an und betonte die Notwendigkeit, die Formel 1 vor sich ändernden Marktprioritäten zu schützen. Tombazis hob die Veränderungen im politischen Umfeld seit der Festlegung des Reglements für 2026 hervor.
In einer Gesprächsrunde mit ausgewählten Medien vor dem Großen Preis von Miami äußerte sich Nikolas Tombazis zur laufenden Debatte über das Formel-1-Reglement 2026. Diese Regeln sehen ein Verhältnis von nahezu 50/50 zwischen elektrischer Leistung und der Leistung des Verbrennungsmotors vor – ein Konzept, das durch die früheren Prognosen von Automobilherstellern beeinflusst wurde, die Entwicklung neuer Verbrennungsmotoren zugunsten der vollständigen Elektrifizierung einzustellen. Tombazis stellte fest, dass sich diese Prognosen nicht wie erwartet bewahrheitet haben, da die langsamere Einführung von Elektrofahrzeugen und Fortschritte bei nachhaltigen Kraftstoffen ein positives Ergebnis für den Sport liefern. Er betonte, wie wichtig es sei, die Formel 1 vor makroökonomischen Verschiebungen und den Entscheidungen der Autohersteller über ihr Engagement zu schützen. 'Wir dürfen nicht zur Geisel von Automobilunternehmen werden, die entscheiden, ob sie Teil unseres Sports sein wollen oder nicht', sagte Tombazis. 'Wir wollen absolut, dass sie Teil unseres Sports sind – deshalb haben wir so hart daran gearbeitet, neue Teilnehmer zu gewinnen. Aber wir dürfen auch nicht in die Lage kommen, plötzlich verwundbar zu sein, wenn sie sich gegen einen Verbleib entscheiden. Deshalb müssen wir weiter an Kostensenkungen arbeiten.' Das 50/50-Prinzip wurde im Sommer 2022 inmitten der Erwartungen einer durch staatliche Maßnahmen vorangetriebenen schnellen Elektrifizierung vereinbart. Der Widerstand der Verbraucher gegen Elektroautos hat den vollständigen Übergang jedoch verzögert, was einige Hersteller dazu veranlasst hat, ihre Zusagen zu überdenken. Tombazis drängte darauf, bald mit den Diskussionen über Änderungen für den Zyklus nach 2026 zu beginnen, wobei eine Umsetzung für 2031 ins Auge gefasst werden könnte, da die Entwicklungszeiten für Antriebseinheiten lang sind. Niedrigere Kosten könnten unabhängige Hersteller ermutigen und den Einfluss der Autohersteller auf Details des Reglements, wie etwa bei den Motorenmaterialien, verringern.