Die Regulierungsbehörde der Formel 1, die FIA, führte am Donnerstag ein Treffen mit Motorenherstellern durch, um Bedenken hinsichtlich einer potenziellen Lücke in den 2026-Power-Unit-Vorschriften anzusprechen. Die Hersteller einigten sich auf eine Methode zur Messung von Verdichtungsverhältnissen in heißen Motoren, obwohl keine unmittelbaren Regeländerungen erwartet werden. Der Streit dreht sich um Mercedes und Red Bull Powertrains, die angeblich durch hitzeexpansive Materialien einen LeistungsVorteil erlangen.
Die FIA berief am Donnerstag technische Experten der Formel-1-Motorenlieferanten ein, um eine entstehende Kontroverse über die Power-Unit-Regeln für 2026 zu besprechen, die Verdichtungsverhältnisse auf 16:1 begrenzen, gemessen bei Umgebungstemperatur. Konkurrenten vermuten, dass Mercedes und Red Bull Powertrains dies ausnutzen, indem sie Motoren mit Materialien konstruieren, die sich unter Hitze ausdehnen und so während des Betriebs höhere Verdichtungsverhältnisse ermöglichen, was potenziell einen Rundenvorteil von 2 bis 3 Zehntelsekunden bringen könnte, je nach Strecke. Ferrari, Audi und Honda hatten der FIA geschrieben und Klärung zur Legalität dieser Designs gefordert. Das Treffen war produktiv, da die Teilnehmer sich auf eine zukünftige Methode zur Messung von Verdichtungsverhältnissen in heißen Motoren einigten. Die Umsetzung würde jedoch Gespräche mit den Herstellerchefs und eine formelle Abstimmung in der F1-Kommission erfordern, wo Mercedes (vier Teams) und Red Bull (zwei Teams) großen Einfluss haben, was schnelle Änderungen unwahrscheinlich macht. Audis F1-Projektleiter Mattia Binotto dämpfte vor dem Treffen die Erwartungen und sagte bei der Teamvorstellung in Berlin: „Meine Hoffnung für dieses Treffen gilt nicht der Klärung der Regelung selbst, sondern vielmehr der Definition einer Methodik für die Zukunft.“ Früher betonte Audi-Technikdirektor James Key Fairness: „Es sind neue Regeln. Es muss ein level playing field geben.“ FIA-Monoposto-Direktor Nikolas Tombazis äußerte sich auf der Autosport Business Exchange in London und unterstrich das Engagement der Behörde: „Wir sind sehr daran interessiert, solche Kontroversen zu vermeiden und sicherzustellen, dass alle beim Rennen die Regeln genau gleich verstehen.“ Er wies darauf hin, dass die Lösung von Problemen vor Saisonbeginn, wie beim Porpoising-Problem 2022, Priorität hat, obwohl Hardware-Änderungen für 2026 nun unmöglich sind und Vorteile bis 2027 feststehen. Vorerst gelten die bestehenden Regeln und bewahren den Status quo inmitten von Forderungen nach gleicher Auslegung.