Am kommenden Montag schließen viele Apotheken bundesweit den ganzen Tag, um für höhere Honorare zu demonstrieren. Die gesetzlichen Krankenkassen kritisieren die Aktion und werfen den Apotheken falsche Behauptungen vor, da die Vergütungen seit 2013 gestiegen seien.
Die Apothekervereinigung Abda organisiert den Protesttag, bei dem Apotheken schließen, während Notdienste erreichbar bleiben. Verbandschef Thomas Preis spricht von einem 'seit 13 Jahren andauernden Honorarstillstand', obwohl Kosten um 65 Prozent gestiegen seien. Seit 2013 hätten fast 20 Prozent der Apotheken schließen müssen; Ende 2025 gab es 16.601 Apotheken, den niedrigsten Stand seit 1977. Die Apotheken fordern eine Erhöhung des Fixums von 8,35 auf 9,50 Euro pro Packung, was rund eine Milliarde Euro extra kosten würde. 'Wir wehren uns dagegen, dass die Apotheken kaputtgespart werden', sagte Preis. Die Krankenkassen kontern: Vize-Chefin Stefanie Stoff-Ahnis vom Kassen-Spitzenverband betonte, die Honorare seien von 1,5 auf 7,1 Milliarden Euro gestiegen, ein Plus von 26 Prozent bis 2024. Dazu kämen Zuschläge wie drei Prozent pro Packung, die mit steigenden Preisen und Abgabemengen wachsen, plus Zahlungen für Nachtdienste, Botendienste und Engpässe. Stoff-Ahnis forderte eine differenzierte Vergütung: höher für ländliche, schwache Apotheken, niedriger für städtische Umsatzstarke. Eine Studie des Iges-Instituts zeige keinen Zusammenhang zwischen Honoraren und Schließungen; die Erreichbarkeit sei stabil, mit 15 Minuten Autofahrt für fast alle und zu Fuß für 42 Prozent. Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hat eine Erhöhung zugesagt, doch die Finanzierung ist unklar angesichts eines GKV-Defizits von 12 Milliarden Euro.