Lewis Hamilton führte die Zeitenliste mit einer 1m16.348s-Runde für Ferrari an dem letzten Tag des privaten Shakedown-Tests in Barcelona an und schlug den Mercedes-Pilot George Russell um 0,097 Sekunden. Das fünftägige Event ermöglichte den Teams, ihre 2026er-Autos vorzustellen, inmitten großer Regeländerungen, mit Fokus auf Zuverlässigkeit statt purer Geschwindigkeit. Mercedes absolvierte mit 500 Runden die meisten und signalisiert damit die Vorfavoritenrolle vor der Saison.
Der Barcelona-Shakedown, der von Montag bis Freitag auf der Circuit de Barcelona-Catalunya stattfand, markierte die ersten Pistenläufe der Formel 1 für die radikal umgestalteten 2026er-Autos. Neue Regeln führten Motoren mit 50% elektrischem Leistungsanteil ein, die Entfernung des MGU-H-Komponents, vollständig nachhaltige Treibstoffe sowie kleinere Chassis mit aktiver Aerodynamik durch bewegbare Flügel an. Mercedes zeigte sich als frühe Favoriten, absolvierte 500 Runden über drei Tage – Montag, Mittwoch und Donnerstag – mehr als jedes andere Team. George Russell setzte am Donnerstag eine Benchmarkszeit von 1m16.445s, während Rookie Kimi Antonelli eine komplette Rennsimulation fuhr. Russell lobte die Intuitivität des Wagens: „Es ist sehr anders, aber wenn man es kapiert hat, fühlt es sich ziemlich intuitiv an.“ Ferrari demonstrierte starke Zuverlässigkeit mit 440 Runden. Hamiltons späte „Glory Run“ auf Soft-Reifen am Freitag sicherte die insgesamt schnellste Zeit, Charles Leclerc landete Dritter mit 1m16.653s. Hamilton betonte den spaßigen Fahrstil: „Diese Waggeneration ist tatsächlich ein bisschen spaßiger zu fahren – überlenkend, bissig und rutschend, aber leichter zu kontrollieren.“ McLaren, Weltmeister von 2025, erholte sich von einem Treibstoffproblem am Donnerstag und fuhr solide Distanz, Lando Norris Zweiter mit 1m16.594s, Oscar Piastri Vierter. Red Bulls hauseigener Ford-Motor debütierte zuverlässig, trotz Isack Hadjars Crash bei Nässe am Dienstag; Max Verstappen fuhr am Freitag 118 Runden. Aston Martin mit Adrian Neweys erstem Design kam spät und schaffte nur 65 Runden, Fernando Alonso 61 davon am Freitag. Die Neuteams Audi und Cadillac hatten Startschwierigkeiten, sammelten aber wertvolle Daten. Williams übersprang den Test wegen Unvorbereitetheit. Leclerc hob die Paddock-Stimmung hervor: „Es gibt viel Aufregung, nicht nur bei Ferrari, sondern im gesamten Paddock.“ Die Teams bereiten sich nun auf die offiziellen Tests in Bahrain am 11.-13. und 18.-20. Februar vor, vor dem Saisonstart in Australien am 6.-8. März.